von Aachener Zeitung, 06.02.2016

Ob in der Städteregion oder im Kreis Düren : Tausende Eifeler und Eifel-Fans fahren inzwischen mit den nostalgischen Schildern.

Auch Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (re.) unterstützte die Kennzeichen-Initiative, für die sich auch Bernd Gottschalk (li.) und Hubertus Zander im Kreis Düren stark gemacht hatten.
Auch Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (re.) unterstützte die Kennzeichen-Initiative, für die sich auch Bernd Gottschalk (li.) und Hubertus Zander im Kreis Düren stark gemacht hatten.

Nordeifel. Der 15. Juli 2015 war ein bedeutender Tag für Berthold Rüttgers und seine Mitstreiter. Der 60-Jährige aus Vossenack hatte gemeinsam mit Bernd Gottschalk aus Raffelsbrand, Günter Virnich aus Schmidt und Hubertus Zander aus Hergarten die Ziellinie überschritten. Gestartet war die Gruppe etwa ein gutes Jahr zuvor mit dem Vorhaben, auch den Bürgern im Kreis Düren die Option zu geben, neben dem altbekannten DN- und JÜL-Kennzeichen den Fahrzeughaltern auch wieder die Möglichkeit zu eröffnen, auf das historische MON- bzw. SLE-Nummernschild zurückzugreifen, wie dies bereits seit dem 1. Juli 2013 in der Städteregion Aachen möglich ist.

Die Initiative aus der Eifel verfolgte die Einführung des neuen Kennzeichens aus überzeugter Heimatverbundenheit, waren doch im Kreis Düren mit dem Inkrafttreten der kommunalen Neugliederung ab 1972 die drei Kennzeichen abgeschafft und durch das generelle DN ersetzt worden.

Nach mehr als 40 Jahren setzte die Initiative durch, was zuvor bereits in anderen Regionen Deutschlands umgesetzt worden war. In vielen seinerzeit eingemeindeten Kommunen lebte die nostalgische Erinnerung an die einstigen kleinen Landkreise wieder auf, was sich dann auch für jedermann sichtbar am Autokennzeichen dokumentieren sollte, denn alte Liebe rostet bekanntlich nicht.

Ein gutes halbes Jahr nach Einführung des MON-Kennzeichens haben die Initiatoren aus dem Kreis Düren nun Zwischenbilanz gezogen. Demnach wurde das MON-Kennzeichen vom Straßenverkehrsamt des Kreises Düren vom 15. Juli 2015 bis einschließlich 27. Januar 2016 exakt 357 Mal zugeteilt. Erwartungsgemäß war die Nachfrage in den früheren zum Altkreis Monschau gehörenden Kommunen mit Abstand am intensivsten. In der Gemeinde Hürtgenwald beantragten bislang 136 Kfz-Halter das MON-Kennzeichen, in der Stadt Nideggen waren es sogar 162. Man muss keine weitere Statistik bemühen, um festzuhalten, dass die weitaus überwiegende Zahl von MON-Kennzeichen in Vossenack und Schmidt zu finden ist, wo die Verbindung zum Monschauer Land traditionsgemäß auch heute noch stark ausgeprägt ist. Die Wünsche nach MON-Kennzeichen in weiteren Kommunen des Dürener Landes sind sehr überschaubar. 15 an der Zahl sind es in Düren und weniger als jeweils zehn in den anderen Kommunen von Titz bis Kreuzau.

Bekenntnis zum Monschauer Land: Die von Berthold Rüttgers (li.) entworfenen Aufkleber werden auch in der Schilderwerkstatt von Horst Jansen in Monschau vertrieben. Foto: P. Stollenwerk
Bekenntnis zum Monschauer Land: Die von Berthold Rüttgers (li.) entworfenen Aufkleber werden auch in der Schilderwerkstatt von Horst Jansen in Monschau vertrieben. Foto: P. Stollenwerk

Mitinitiator Berthold Rüttgers zeigt sich zufrieden mit der Resonanz, und findet, dass sich der Aufwand, der in der Nachbetrachtung recht umfangreich war, gelohnt hat. Nachdem zuvor bereits die Einführung des JÜL-Kennzeichens mit Unterstützung von Landrat Wolfgang Spelthahn auf den Weg gebracht worden war, und das Kennzeichen inzwischen bereits 16 000 Mal zugeteilt wurde, sahen die Initiatoren auch die Zeit reif, den MON-Freunden den gleichen Wunsch nach Heimatverbundenheit zu erfüllen. Dank einiger namhafter Erstunterzeichner der MON- und SLE-Kampagne wurde nach einigen Startschwierigkeiten dann vor gut einem halben Jahr der Durchbruch erzielt. Dass Berthold Rüttgers auf seinem Pkw stolz und glücklich das Kennzeichen MON-BR-1 montieren konnte, hat ihn allerdings ein wenig Arbeit gekostet. Damit sein Wunsch-Kennzeichen auch verfügbar war, hatte er bereits frühzeitig eine Online-Reservierung gestartet.

Nummer sicher

Als er nach zwölf Monaten die Reservierung verlängern wollte, lehnte das Straßenverkehrsamt diesen Wunsch ab und berief sich auf die entsprechende Regelung. Damit nun das Wunschkennzeichen nicht anderweitig belegt wurde, ging Berthold Rüttgers auf Nummer sicher. Er konnte auf einen guten Bekannten aus der Gemeinde Simmerath zurückgreifen, unter dessen Wohnadresse er dann beim Einwohnermeldeamt der Gemeindeverwaltung Simmerath seinen neuen Erstwohnsitz anmeldete. Der nächste Weg führte den Neubürger dann zur Außenstelle des Straßenverkehrsamtes in die Monschauer Laufenstraße. Innerhalb von wenigen Minuten hielt er sein MON-Wunschkennzeichen in den Händen und dazu einen Kfz-Schein mit der neuen Simmerather Wohnadresse. Dann folgte Schritt drei des trickreichen Schlachtplans, indem sich Rückkehrer Berthold Rüttgers eine Woche später wieder bei der Heimatgemeinde Hürtgenwald zurückmeldete und auch beim Dürener Straßenverkehrsamt den Kfz-Schein wieder abändern ließ. Durch diesen Coup verfügt das Kennzeichen des MON-Liebhabers noch über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, trägt es doch das Siegel der Städteregion Aachen.Nachdem sich die erste Welle der MON-Begeisterung beruhigt hat, findet Berthold Rüttgers, dass die Aktion noch ein wenig Werbung vertragen könnte. Seit einigen Wochen ist ein Aufkleber („Och isch bön MON-schauer“) erhältlich, den die Initiative zum Preis von 1,50 Euro anbietet.

Erhältlich ist dieser Aufkleber in Monschau (Schilder Jansen & Kell), in Steckenborn beim Kfz-Betrieb Manfred Johnen, in Schmidt (Schreinerei Günter Virnich) sowie in Vossenack (Rasenmäher Rosewich, Kfz-Betrieb Mertens, Frischmarkt Luysberg) und im Hotel Talschenke (Simonskall).

Auch wenn die Heimat von Berthold Rüttgers der Kreis Düren ist, unterhält er enge Verbindungen zum Monschauer Land. Er besuchte zwei Jahre lang das St.-Michael-Gymnasium, legte in Monschau seine Führerscheinprüfung ab, ist heute aktiv im Geschichtsverein Monschauer Land und Kassenwart beim Kunstkreis Nordeifel. Mit der MON-Initiative habe man nicht beabsichtigt, „das Rad der Geschichte zurückzudrehen, aber die innere Verbindung vieler Menschen zum Monschauer Land hat nach wie vor Bestand“, sagt Rüttgers. (P. St.)

„MON“ ist nicht nur in der Eifel stark begehrt

Der Trend, alte Kfz-Kennzeichen wieder aufleben zu lassen, drückt sich auch in Zahlen aus. Die Buchstaben-Reihe MON ist dabei nicht nur in der Eifel beliebt. In allen Kommunen der Städteregion sind die drei Buchstaben erstaunlich stark nachgefragt, wohl auch weil sich damit schöne Kombinationen herstellen lassen – von Mona bis Money.

Seit dem 2. Juli 2013 bereits ist das MON-Kennzeichen wieder in der Städteregion erhältlich. Im ersten Monat wurden 849 MON-Kennzeichen zugelassen. Überwiegend handelte es sich um Umkennzeichnungen. Aktuell sind in der Städteregion 7520 MON-Kennzeichen zugelassen, die meisten davon in Monschau (2832) und Simmerath (1899). Weitere 1974 Nummern sind im Internet reserviert sowie 1162 beim Straßenverkehrsamt.

Auf Platz drei der MON-Kennzeichen-Liebhaber rangiert übrigens die Stadt Aachen (757), gefolgt von Roetgen (659), Stolberg (637), Eschweiler (186), Alsdorf (147), Würselen (144), Herzogenrath (137) und Baesweiler (122).

„Die innere Verbindung vieler Menschen zum Monschauer Land hat nach wie vor Bestand.“

Berthold Rüttgers, Mitinitiator MON-Kennzeichen im Kreis Düren

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