Von: Elke Silberer, dpa - Aachener-Nachrichten 18.03.2015

HÜRTGENWALD. 70 Jahre nach Kriegsende stehen in der Eifel noch immer Bäume mit Munitionssplittern aus dem Zweiten Weltkrieg. Das sei vor allem in Waldgebieten der Fall, wo sich Deutsche und Amerikaner in der Schlacht vom Hürtgenwald und in der deutschen Ardennenoffensive gegenüberstanden, sagte Robert Jansen vom Forstamt Hürtgenwald.

Helme, Munition - im Hürtgenwald gibt es noch viele Relikte. Sägewerke untersuchen Bäume daher noch immer auf Munitionssplitter. Foto: Stephan Johnen

„In Waldgebieten, die nicht gänzlich abgebrannt oder zerschossen wurden, die älter als 70 Jahre sind, da gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass da Splitter drin sind”, sagte Jansen. Fünf bis zehn Prozent der Stämme alter Fichten aus dem Hürtgenwald seien je nach Gebiet betroffen. Vor der Weiterverarbeitung würden die Sägewerke die Stämme auf Munitionssplitter untersuchen und betroffene Stücke vorher rausschneiden.

Die Schlacht vom Hürtgenwald war zusammen mit der Ardennenoffensive die letzte große Schlacht der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg. Sie ist die Geschichte einer fatalen Entscheidung, sagt der Aachener Historiker Peter Quadflieg. Die Amerikaner hatten Aachen so gut wie genommen und wollten zum Rhein. Aber die Truppen schlugen nicht den direkten Weg über Düren ein, sondern stießen quer durch den Hürtgenwald: Sie liefen in ein unbekanntes, unübersichtliches, unwegsames, 140 Quadratkilometer großes Waldgebiet und blieben in schweren Kämpfen stecken - wochenlang, monatelang. Angst, Kälte, Tote - das ging auf die Psyche.

„Es war eine strategische Fehlentscheidung, durch dichtes Waldgebiet vorzudringen”, sagt der Berliner Historiker Arnd Bauerkämper. Schwere Panzer, Maschinengewehre, Artillerie, Luftwaffe - was war die ganze amerikanische Überlegenheit in den engen Tälern und den dichten Wäldern schon wert? Nach langen, blutigen vier Monaten ging die Schlacht vom Hürtgenwald im Februar 1945 zu Ende.

Die Amerikaner haben dieses Desaster nicht vergessen. Die Schlacht sei noch immer Teil der amerikanischen Erinnerungskultur, wie Bauerkämper sagt: Es war die erste große Feldschlacht auf deutschem Gebiet mit vielen Verletzten und Toten. Außerdem waren prominente Schriftsteller wie Jerome David Salinger dabei und der spätere Nobelpreisträger Ernest Hemingway (1899-1961).

Selbst wenn Hemingway seinen Zenit da schon längst überschritten hatte, wie der Professor für Amerikanistik Kurt Müller sagt. Dass Hemingway überhaupt bei der Invasion im Westen mit dabei war, habe wohl mit seiner späteren Frau Mary Welsh zu tun. Sie war Journalistin und wollte vom Krieg berichten. Ein Hemingway ließ sich von einer Frau nichts vormachen. Also ließ er sich vom amerikanischen Magazin Colliers als Korrespondent engagieren, um über die Invasion in Europa zu berichten. Es erschienen ganze zwei Berichte.

18 Tage war Hemingway mit der kämpfenden Truppe im Hürtgenwald an vorderster Front - gegen alle Vorschriften bewaffnet. „Selbst in solchen Situationen erweckte er den Eindruck, dass das für ihn der Einsatz in einem John-Wayne-Film war”, sagt Müller. Die Erlebnisse im Hürtgenwald flossen in den Roman „Über den Fluss und in die Wälder” ein - von der Kritik sei der Roman verrissen worden. „In Hürtgen gefroren sie einfach, und es war so kalt, dass sie mit roten Gesichtern gefroren. Sehr sonderbar”, schrieb er über die toten Soldaten.

„Die Anzahl der Toten müsste etwa bei etwa 12 000 auf jeder Seite also bei rund 24 000 gelegen haben”, stellt der Historiker und Hürtgenwald-Forscher Peter Quadflieg fest, also deutlich weniger als die immer wieder genannten 60 000 Toten. Dazu kamen tausende Verletzte und Vermisste - wie der amerikanische Soldat Robert Cahow, vermisst seit dem 13. Dezember 1944. Seine Überreste wurden erst im Jahr 2000 im Hürtgenwald gefunden.

Diese Internetseite durch Google übersetzen lassen

Freies W-LAN in Vossenack


Baptist-Palm-Platz
Freibad Vossenack
ffdn-Vossenack Monschauer
Vossenack-Im-Oberdorf-109

Cafè Kern Simonskall
DL1KFS Simonskall

Sportheim Vossenack -> nach Laune der Betreiber

MAP der Hotspots

Unser Dorf hat Zukunft

Unser Dorf hat Zukunft

Vossenack

2014 GOLD  Kreisebene
2013    BRONZE  Bundesebene
2012 GOLD  Landesebene
2011 GOLD  Kreisebene
2008 GOLD  Kreisebene
2006 BRONZE  Landesebene
2005 GOLD  Kreisebene
2002 SILBER  Kreisebene

Bis 1998 hieß der Wettbewerb
Unser Dorf soll schöner werden
Vossenack erhielt hierbei auf
Kreisebene 1 x Gold, 5 x Silber,
3 x Bronze
Landesebene 1 x Gold
Bundesebene 1 x Silber

Copyright © 2017 Vossenack - Das Dorf mit Weitblick. Alle Rechte vorbehalten.