Dürener Nachrichten 7. Nov. 2014

Schüler des Franzikus-Gymnasiums laden zum Friedensgipfel ein. Flüchtlinge berichten von ihren Erfahrungen. Am Sonntag.

„Es ist nicht selbstverständlich, in Frieden zu leben. Und das sollten wir alle uns viel häufiger klar machen.“ Die Schüler eines Projektkurses des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack laden am Sonntag zu einem Themenabend ein. Fotos: Sandra Kinkel Hürtgenwald. „Wir leben in Freiheit, dürfen zur Schule gehen, haben genug zu essen – und das alles ist eben nicht selbstverständlich. Das müssen wir uns jeden Tag klar machen.“ Michael Gratias ist 18 Jahre alt und Schüler eines Projektkurses Geschichte am Franziskus-Gymnasium in Vossenack. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Martin Kreuz (17), Tom Jansen (18), Tim Schmideder (17), Benjamin Schnitzler (18), Mara Wertz (17), Ann-Christin Schleupner (17), Thomas Prinz (19), Niklas Schreiber (18), Oliver Drehsen (18) und Benedikt Beißel (17) hat er sich intensiv mit dem Thema Krieg und Frieden auseinandergesetzt. Am Sonntag, 9. November, laden die Schüler zu einem Friedensgipfel in die Aula ihrer Schule ein. „Der 9. November“, sagt Ann-Christin Schleupner, „ist für Deutschland ein besonders wichtiger Tag. Die Reichspogromnacht, in der unendlich viele jüdische Geschäfte, Einrichtung und Synagogen zerstört worden sind, war am 9. November. Aber auch der Tag des Mauerfalls. Und deswegen haben auch wir diesen Tag für unsere Veranstaltung ausgesucht.“ Die jungen Leute, die alle im nächsten Jahr ihr Abitur machen, werden Menschen interviewen, die Krieg, Vertreibung und Flucht im Zweiten Weltkrieg, in Syrien und Vietnam erlebt haben. Der Dokumentarfilm „Die letzte Hoffnung war dahin“ über das Eifeldorf Wollseifen, den die Schüler selbst gedreht haben, wird an dem Abend zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Viel Nachholbedarf

„Wir glauben“, sagt Thomas Prinz, „dass es bei den Menschen sehr viel Nachholbedarf gibt, sich mehr mit dem Frieden auseinanderzusetzen. Es ist viel schwerer, Frieden zu halten, als Krieg zu führen.“ Die Jugendlichen sagen über sich selbst, dass sie sich im Laufe des Projektes auch selbst weiterentwickelt hätten. Michael Gratias: „Ich denke viel häufiger darüber nach, wie dankbar wir sein müssen, dass wir in einer friedlichen Welt leben dürfen.“ Die Schüler des Vossenacker Gymnasiums sind auch davon überzeugt, dass die Menschen dialog- und lernfähig sind. Ann-Christin Schleupner: „Natürlich gibt es überall auf der Welt viele Kriege. Und auf den ersten Blick spricht das vielleicht dafür, dass die Menschen doch nicht lernfähig sind.“ Es müsse aber doch auch berücksichtigt werden, so die Abiturientin, wie lange es gedauert habe, bis in Europa Frieden geherrscht habe. „Das hat eine Ewigkeit gedauert. Aber es hat funktioniert.“ Frieden, ergänzt Martin Kreuz, sei ein immerwährender Prozess. „Und eine immerwährende Anstrengung. Daran sollten alle arbeiten.“

Mit ihrer Veranstaltung am Sonntag, für die übrigens Landrat Wolfgang Spelthahn die Schirmherrschaft übernommen hat, wollen die Schüler alte und junge Leute gleichermaßen ansprechen. Martin Kreuz: „Ich denke aber, dass es wichtiger ist, Jugendliche anzusprechen. Die Generation unserer Großeltern hat den Krieg noch erlebt und beispielsweise auch die deutsche Teilung. Unsere Generation lebt ohne Unterbrechung in Frieden und Freiheit. Für die ist es besonders wichtig, sich das klar zu machen.“

Die Arbeit des Projektkurses ist Teil der Auseinandersetzung der Schulgemeinde mit den Kriegsgeschehnissen 1944/45 im Hürtgenwald. Der Kreis Düren hatte Lehrer Clemens Amendt und den Projektkurs damit beauftragt, sich mit der Frage nach der Aufarbeitung und Dokumentation der Kriegsjahre auseinanderzusetzen und die Dokumentationstafeln auf der Gedenkstätte der „Windhund-Division“ am Soldatenfriedhof in Vossenack zu überarbeiten. Bereits im Juli hatten sich 500 Lehrer und Schüler auf Initiative des Projektkurses auf dem Soldatenfriedhof in Vossenack zu einer 20 Meter großen Friedenstaube formiert. „Die Resonanz auf diese Aktion war toll“, sagt Ann-Christin Schleupner. „Diese Aktion ist damals auch gefilmt worden, den Film werden wir ebenfalls am Sonntag zeigen.“

Mehr Infos im Netz:

www.franziskus-gymnasium.de
„Es ist nicht selbstverständlich, in Frieden und Freiheit zu leben. Das müssen wir uns klar machen.“

Michael Gratias, Schüler des Projektkurses

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