In Zukunft offensiver mit Infos umgehen Hürtgenwald: Bürgermeister Buch hofft, dass sich die Emotionalität der vergangenen Wochen legt, und lobt Arbeit der Bürgerinitiative. Kleinhau. Der Bürgerentscheid um die Zukunft des Grundschulteilstandortes Bergstein ist alles andere als geräuschlos verlaufen. Auch wenn es sich um einen Prozess handelt, der ein Paradebeispiel der Demokratie ist, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die politische Kultur und die Stimmung in Teilen der Gemeinde gelitten haben. Oft mitten in der Kritik und angegangen: Bürgermeister Axel Buch (CDU). An einem Infoabend der CDU Hürtgenwald am 2. März in Gey wurde der Verwaltungschef vonseiten der Schließungsgegner gar trotzig gefragt, ob er im Falle eines positiven Bürgerentscheids zurücktreten werde. Darauf zu antworten war Buch -wörtlich - „zu blöd". Nun hat der Bürgerentscheid den Ratsbeschluss zur Schulschließung gekippt, und Buch ist - freilich - noch Bürgermeister. Zeit also, im Gespräch mit DZ-Redakteur Carsten Rose auf die jüngste Vergangenheit zurück- und zwei Jahre in die Zukunft zu schauen. Herr Buch, wie haben Sie die ersten Tage nach dem Ausgang des Bürgerentscheids empfunden? Insbesondere mit Blick auf den nicht einfachen Prozess. Axel Buch: Das Tagesgeschäft ist im Prinzip ganz normal weitergelaufen. Die Turbulenzen haben andere mehr wahrgenommen als ich. Zum einen wusste ich, was der Bürgerentscheid mit sich bringt, und zum anderen war der Ausgang in den letzten Wahltagen spürbar. Das, was drum herum passiert, sollte man auch nicht zu persönlich nehmen. Welches allgemeine Fazit ziehen Sie nach dem ersten Bürgerentscheid in der Gemeinde Hürtgenwald? Buch: Ein Bürgerentscheid ist ein guter demokratischer Weg. Nur leider haben nicht alle Bürger verstanden, dass gelebte Demokratie auch mit Objektivität zu tun hat. Die hitzige Phase hat ja erst im vergangenen Herbst angefangen, die Diskussionen um den Standort laufen schon etliche Jahre. Weil sich die Schullandschaft in den vergangenen zehn Jahren stark verändert hat - nimmt man nur mal das Beispiel Inklusion - habe auch ich meine persönliche Meinung zu dem Grundschulteilstandort geändert. Mir ist in dem Prozess bewusstgeworden, dass bei manchen Leuten falsche Vorstellungen herrschen. Das kommt nach meiner Meinung daher, dass manche zu wenig zwischen Informationen von offiziellen Stellen und denen, die über Facebook oder anderswo ohne Grundlage verbreitet werden, differenzieren. Haben Sie ein Beispiel? Buch: Nehmen wir die Biogas-Anlage: Die Gemeinde hat keinen Cent ausgegeben und darüber hinaus Gewinn erzielt. Das nimmt nicht jeder wahr, aber meistens ohne böse Absicht. Deswegen ziehe ich den Schluss, in Zukunft viel offensiver mit Informationen abseits der öffentlichen Ratssitzungen umzugehen, auch wenn man wieder sehen muss, wie man die Leute erreicht. Das ist schwierig. Ihr langer Facebook-Eintrag kurz vor der Wahl, mit dem Sie falsche Informationen, die im Umlauf waren, entlarven wollten, war quasi der erste Schritt in die Offensive. Buch: Ja, das kann man so sehen. Dieser Schritt ist in mir gereift. Ich habe mich nur gefragt, ob ich mir die Reaktionen darauf antun will. Mein Entschluss: lieber Reaktionen auf etwas, das ich verbrochen habe, als auf etwas, das ich nicht verbrochen habe. Nach all den Reibereien: Müssen Sie nun Porzellan kleben oder Wogen glätten? Buch: Wogen glätten eher weniger. Man muss aber jedem das Gefühl geben, dass man sich wieder in die Augen gucken kann. Und es gilt: Ruhe bewahren, Brücken bauen, anstatt Gräben auszuheben - auch im Gemeinderat. Ich hoffe außerdem, dass manche die Emotionalität der vergangenen Wochen etwas ablegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,4 Prozent. Bei der Kommunalwahl 2015 bei 52,4 Prozent. Wie bewerten Sie das? Buch: Im Prinzip gut. Der Bürgerinitiative gebührt da ein Kompliment, sie hat einen guten Job gemacht und großen Anteil an der guten Wahlbeteiligung. Aber man kann die Beteiligung jetzt nicht direkt mit der bei einer Kommunalwahl vergleichen, weil nicht jeder Bürger betroffen ist. Dennoch war die Anzahl der Wähler, die in keiner Weise betroffen waren, relativ hoch. Das liegt auch an der Bürgerinitiative. Der Ausgang des Bürgerentscheids hat eine Gültigkeit von zwei Jahren, also bis 2019. Dann steht die Kommunalwahl vor der Tür. Wissen Sie jetzt schon, ob die Diskussion dann wieder von vorne beginnt? Buch: Ich sehe keinen Grund, mir weder jetzt Gedanken darum zu machen noch, warum wir 2019 direkt wieder loslegen sollten. Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Wir kennen auch die Entwicklung in der Zukunft nicht, es kann ja sein, dass beispielsweise im Januar ein neues Landesgesetz kommt und wir neu beraten müssen. Jetzt geht es darum, dass der ohnehin benachteiligte Schulstandort in Bergstein so wenig wie möglich benachteiligt wird.

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