Dürener Zeitung, 06. 09. 2016

2016 09 06 DZ

Unter der Leitung von Johannes Esser (r.) konzertierte der „Coro Piccolo" in der Kapelle Mariä Himmelfahrt in Simonskall. Foto: bel Kurzfristigen Ausfall gemeistert Trotz des Fehlens einer Altistin präsentiert der „Coro Piccolo" der „Cappella Villa Duria" in der Kapelle Mariä Himmelfahrt in Simonskall ein anspruchsvolles Programm. Benefizkonzert für das kleine Gotteshaus. VON BRUNO ELBERFELD Simonskall. Der kleine Chor der „Cappella Villa Puha", der „Coro Piccolo", gastierte in Mariä Himmelfahrt in Simonskall. Zu der Gruppe gehören in Vollbesetzung sechs Frauen und vier Männer. Unter der Leitung von Johannes Esser gaben die Sängerinnen und Sänger ein Benefiz-Konzert zur Erhaltung des kleinen Gotteshauses in Simonskall. Esser erklärte zu Beginn des Konzerts, dass eine Altistin krankheitsbedingt fehle, so dass sich aktuell bei den Frauenstimmen eine Altstimme gegen vier starke Sopranistinnen durchsetzen müsse. Aber da blieb keine Wahl, und die Zeit für erneute Klangproben in einem für die Musiker recht unbekannten Raum war knapp bemessen. Hinzu kam, dass das Programm voll war mit schweren, teils sechsstimmigen Werken aus fünf Jahrhunderten, eine gewaltige Herausforderung für Menschen, die im Alltag Berufen fern der Musik nachgehen. Lässt man die Erschwernisse beiseite, so konnten die Besucher nach dem Konzert feststellen, dass sie einen Chor gehört hatten, der große Dinge in Angriff nimmt und sie meistern möchte. Zwischenspiel mit der Harfe Die Beiträge des „A Cappella Chores" wurden aufgelockert durch Claus Hüttel mit seiner Renaissance-Harfe, einer so genannten Hakenharfe, mit 29 Saiten. Der Harfenist interpretierte Werke aus dem England des 16. Jahrhunderts wie „What if a Day or a Month or a Year" oder bekanntere Melodien wie „Greensleeves" und „Hole in the Wall" von Henry Purcell (1659- 1695). „Jubilate Deo", ein geläufiges Werk von Orlando di Lasso (1532- 1594), eröffnete den Reigen der Kompositionen. Der 116. Psalm „Das ist mir lieb", intoniert von Johann Heinrich Schein (1586- 1672), machte bewusst, dass Texte und Musik selbst noch zu Beginn der Neuzeit in der Regel entweder der Ehre Gottes oder - wie im höfischen Bereich - der Minne dienten. Inbrunst in Stimmen und Körperhaltung erlebten die Besucher in der Marienkapelle bei Johann Philipp Kirnbergers (1721-1783) „An den Flüssen Babylons" und dem „Unser Vater in dem Himmel" von Gottfried August Homilius (1714-1785). Fröhlichkeit und Freude waren nicht leicht zu entdecken. Texte und Melodien erzählten von Zeiten, in denen Menschen, geknechtet durch weltliche und geistliche Obrigkeiten, aus dem Jammertal zu Gott flehten, er möge ihnen im Himmel eine Wohnstatt bereiten. „Einkehr" und „Resignation" von Hugo Wolf (1860-1903), „Libera me" von Lajos Bärdos (1899-1986), spiegeln Aufbegehren und den Wunsch nach Befreiung, auch schon auf dieser Erde, wider. Das Konzert schloss mit hoffnungsvolleren Beiträgen: „Jauchzet dem Herren, alle Welt" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809- 1847), „Beati quorum via", in deutscher Übersetzung „Glücklich, die ohne Tadel leben", und „Justorum animae", („Die Seelen der Gerechten"), beide aus der Feder von Charles Villiers Stanford (1852-1924). Sie ließen die tragischen Klänge nahezu vergessen. Den Schlussakkord setzte der Coro Piccolo mit „Lobet den Herren, alle Heiden" von Johann Sebastian Bach (1685-1750), eine Global-Hymne für Christen in aller Welt. Die Einnahmen aus den Spenden kommen der Instandhaltung der Kapelle zugute, um die sich der „Verein der Freunde und Förderer der Marienkapelle" bemüht. Sein Vorsitzender, Berthold Rüttgers, hatte die Gäste zu Beginn des Konzerts begrüßt.

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