Eifler-Zeitung - 18.11.2016

Das Klassenzimmer wird immer digitaler

Am Franziskus-Gymnasium gewinnen die vernetzten Computer zunehmend Bedeutung im Unterricht. 60 000 Euro investiert.

Von Heiner Schepp

Vossenack. Es ist ganz leise im Computerraum des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack. Nur ab und zu hört man die Schüler leise miteinander sprechen, die meisten arbeiten konzentriert vor ihrem Bildschirm. Nur das Licht der Monitore und die große Leinwand an der Stirnseite erhellen den Raum. Mittendrin in den quadratisch aufgestellten Computerarbeitsplätzen sitzt Lehrer Reinhard Palm an seinem Rechner. Auf dem Monitor vor sich sieht er kleine Symbole für jeden der 34 Rechner seiner Schüler; leuchten diese grün, dann ist die Schülerin oder der Schüler online. „Das Hochfahren und der Netzaufbau dauern schon mal etwas länger, wenn sich hier gleichzeitig 34 Rechner anmelden. So flott ist unser Server nicht“, erklärt Palm.

Smartboard und Beamer

Der erfahrene Pädagoge für Mathe, Deutsch und Erdkunde unterrichtet die beiden Fünferklassen und die zwei Klassen der Jahrgangsstufe sieben hier einmal wöchentlich im Fach Medienkunde, bringt ihnen den Umgang mit Internet und sozialen Netzwerken, mit Word, Excel und Power Point bei. Was hier heute noch ein wenig futuristisch wirkt, könnte schon in wenigen Jahren die Regel sein: Schulunterricht am Computer oder via sogenannter Smartboards, das sind interaktive digitale Tafeln, die mit einem Computer oder Tablet verbunden sind. „Noch hat die gute alte Tafel mit Kreide nicht ausgedient. Und der papierlose Unterricht ist auch noch eine Zukunftsvision. Aber die Digitalisierung des Schulunterrichts ist nicht aufzuhalten“, sagt Dirk Sieven, Lehrer für Sport und Informatik am FGV und folgert: „Deshalb legen wir auch großen Wert auf eine zukunftsweisende digitale Ausstattung der Schule.“ Rund 60 000 Euro hat das FGV in den vergangenen drei Jahren in diese digitale Infrastruktur investiert, hat die eingangs genannten Schülerarbeitsplätze und die zugehörige Peripherie angeschafft, das Netzwerk aufgerüstet und den Internetzugang beschleunigt. Vor dem Hintergrund der Ankündigung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, alle 40 000 Schulen in Deutschland mit fünf Milliarden Euro digital aufzurüsten, ist das Thema Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien derzeit hochaktuell – auch am Franziskus-Gymnasium, das in diesem und im nächsten Jahr Standort-Jubiläum feiert.

Die Diskussionen, wie das Geld einzusetzen ist, laufen in verschiedene Richtungen. Vom Einsatz des privaten Smartphones bis hin zur Ausstattung aller Klassenräume mit Internet, Whiteboard und Computer ist alles dabei“, weiß Dirk Sieven, der aber, ebenso wie Schulleiter Pater Peter Schorr noch keine Information hat, „wie viel von dem Geld an den privaten Schulen ankommt“. Es sei die Rede davon, „dass die 450 sogenannten Ersatzschulen nur etwa 70 Millionen vom großen Kuchen bekommen – das ist im Verhältnis natürlich gar nichts“, sagt der Schulleiter.

Franziskus-Stiftung hilft

Deshalb stützt man am FGV die Verbesserung der digitalen Infrastruktur auf eigene Mittel und hat die genannten Investitionen mit tatkräftiger Unterstützung der Franziskus-Stiftung, sozusagen der Förderverein der Schule, getätigt. „Wir haben keine Millionen im Rücken und müssen mit unseren Mitteln sparsam umgehen“, sagt Dr. Peter Cordes, der stellvertretende Schulleiter. Natürlich sei es da hilfreich, dass viele Eltern die Stiftung – freiwillig! – mit zehn Euro im Monat unterstützen.

So konnte in den vergangenen Jahren einiges bewirkt werden. Neben dem modernen Computerraum gibt es auch Fachräume mit Smart- und Whiteboards. Ebenso verfügen zahlreiche Unterrichtsräume über feste Beamer, in anderen Räumen können mobile Beamer eingesetzt werden. „Der Overhead-Projektor ist angezählt“, sieht Dirk Sieven das nahe Ende des Folien-Unterrichts.

Doch es wurde nicht nur in Hardware investiert. „Die Lernplattform Fronter bereichert unseren Unterrichtsalltag schon seit einiger Zeit. Und ein wichtiges Ziel ist es für uns, dass die Schülerinnen und Schüler auch lernen, digitale Medien sinnvoll und nachhaltig zu gebrauchen. Daddeln mit privaten Smartphones – so eine Idee der Landeselternschaft – ist nicht zielführend, deshalb geht unser Ansatz viel weiter“, sagt Dirk Sieven und betont: „Wir sind zwar nur eine kleine Schule und liegen etwas abseits, aber bezüglich des digitalisierten Unterrichts können wir sehr schöne Ergebnisse vorweisen“, sagt der Pädagoge. So werde das Fach Medienkunde zusätzlich verpflichtend unterrichtet. „Das gibt es in dieser Form, meiner Kenntnis nach, an keiner anderen Schule. Hier lernen die Kinder nicht nur den technischen Umgang mit den neuen Medien, sondern auch konkret die Anwendung der gängigen Office-Software und erste Schritte des Programmierens. Auch die Gefahr des Internets wird im Sinne des Spiralcurriculums vertiefend thematisiert“, erläutert Sieven.

Darüber hinaus werde die Elternschaft regelmäßig durch Vorträge zum Thema Sicherheit informiert. So fand kürzlich für die neuen Eltern der Klasse 5 und auch für die Eltern der Klassen 6-8 eine Veranstaltung der Pflegschaft zum Thema Internet und Handy statt.

Es ist einiges in Bewegung“, sagt Schulleiter Pater Peter Schorr und wird fast schon philosophisch: „Die Frage ist, wie man als Schule mit dieser neuen, digitalen Welt umgeht, einer Welt, die für die Kinder sehr real ist, in der die Kinder oft schlauer sind als ihre Eltern. Die Schule muss den Kindern auch in dieser Welt, in der sie immer mehr Zeit verbringen, helfen, muss sie kompetent machen. Und die Schule muss den Eltern helfen, das richtige Maß zu finden.“

Informationstag am Franziskus-Gymnasium

Lernen, was wirklich zählt“ – unter diesem Motto findet am kommenden Samstag, 19. November, ab 9 Uhr eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern von Viertklässlern statt, deren Kind zum neuen Schuljahr 2017/2018 das Franziskus-Gymnasium Vossenack besuchen möchte.

Schulleiter Pater Peter Schorr wird dabei das Schulprogramm bzw. das Schulprofil der Schule vorstellen und über das Anmeldeverfahren informieren. Interessierte Schülerinnen und Schüler für die Jahrgangsstufe EF (10) werden von Oberstufenkoordinator Kummer umfassend beraten. Die Viertklässler können an diesem Vormittag an verschiedenen Unterrichtsprojekten der Jahrgangsstufe fünf teilnehmen.

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung erfolgen dann noch Führungen durch das Schulgebäude.

Wir hätten auch die halbe Turnhalle sanieren können.“ Dirk Sieven, Lehrer am Franziskus-Gymnasium

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