Dürener Nachrichten, 01. 11. 2016

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Kleine Scherben, die ganz viel Mut machen „Licht der Erinnerung — Glasfragmente aus dem Zweiten Weltkrieg" heißt eine Ausstellung, die in Vossenack gezeigt wird VON SANDRA KINKEL Vossenack. Es ist gleichsam eine traurige Geschichte und eine, die unglaublich viel Mut macht: Frederick Alexander Mc Donald diente im Zweiten Weltkrieg als Militärgeistlicher unter General Omar Bradley für die Amerikaner. Während er durch das vom Krieg verwüstete Europa reiste, war McDonald bestürzt über die Zerstörung von Kirchen und begann, kleine Scherben von zersplitterten Kirchenfenstern zu zeigen. Der Priester hoffte, dass diese kleinen Fragmente irgendwann als Zeugnis der Opfer dienen, die von so vielen Menschen während des Krieges ge-bracht werden mussten. 25 Kunstwerke Entstanden sind aus den Scherben 25 Kunstwerke, die im Rahmen der Wanderausstellung „Licht der Erinnerung - Glasfragmente aus dem Zweiten Weltkrieg" im Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden" zu sehen sind. „Es ist die dritte Kunstausstellung, die wir in unserem Museum zeigen", sagt Rainer Valder, Vorsitzender des Geschichtsvereins Hürtgenwald. Die Ausstellung nähere sich auf eine ganz andere Art und Weise dem Thema Krieg, Zerstörung, Vernichtung von Menschen, Leben. Valder: „Sie ist kein Versuch der Erklärung oder des Mahnens. Die Kunstwerke sollen an die unfassbaren Greuel des Vernichtungskrieges Hitlers und Nazideutschlands erinnern." Die Ausstellung zeigt Scherben aus Gotteshäusern in Coventry, London, Verdun, Metz, Malmedy, Verviers und Maastricht, aber auch aus Aachen und Köln. Valder: „Die räumliche Nähe zu unserer Region ist also gegeben, genau wie die inhaltliche. Auch in der Vossenacker Pfarrkirche bekämpften sich die Kriegsgegner, der Kirchturm wurde zur Aussichtsplattform für Offiziere. Menschen starben in und um die Kirche." Erst kurz vor seinem Tod im Jahr 2002 hat Mc Donald den Koffer voller akribisch gekennzeichneter Glasscherben von zerstörten Kirchenfenstern der Öffentlichkeit übergeben. Die Glaskünstlerin Armelie Le Roux hat die Splitter nach langen Gesprächen mit dem Geistlichen mit 13 international anerkannten Künstlern in tröstliche Kunstmomente verwandelt. Kuratorin Dorothee Bönsch-Hochgürtel: „Jedes einzelne Stück Erinnerungskunst wurde von Kaplan Mc Donald autorisiert. Er hat der Künstlerin seine Erinnerungen an die Orte erzählt, an denen er die Glasscherben gefunden hat." Die Botschaft, die von den Kunstwerken ausgeht, sei einfach, aber auch sehr existenziell: Nie wieder Krieg. Bönsch-Hochgürtel: „Es ist ein brennend aktueller Appell der Alten an die Jungen: Seid wachsam. Widersetzt euch simplen Wahrheiten und Hetzparolen. Geht andere Wege."

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