13.06.2016 Dürener Nachrichten

2016 06 13 DN web

Die Anlieger der Panoramastraße, die von Vossenack nach Schmidt führt, haben die Faxen restlos dicke. Gemeint sind die Faxen, die Motorradfahrer auf dem rund acht Kilometer langen Teilstück der Landstraße 218 abliefern, vorzugsweise in den Abendstunden und an den Wochenenden. Am Samstagmittag trafen sich rund 30 Anlieger im Hof der Familie Wenzler, der unmittelbar an der Panoramastraße liegt, um Wolfgang Spelthahn, dem Landrat des Kreises Düren, sowie Axel Buch, dem Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, von ihren schlechten Erfahrungen zu berichten. 150 Anlieger unterschrieben kürzlich eine Protestliste, die sie Axel Buch zukommen ließen. Rolf Wenzler, Sprecher der Anlieger, schilderte: „Hier auf der Strecke, die uneinsehbar ist, werden illegale Rennen gefahren. Mit bis zu 180 Sachen krachen die Maschinen ins Kalltal, die Buchten an der Strecke werden als Boxen genutzt, viele Maschinen fahren ständig rauf und runter. Die machen uns das Leben zur Hölle." Anlieger beschrieben Spelthahn und Buch, dass sie inzwischen bestimmte Strecken meiden, zu groß sei die Gefahr, mit den „notorischen Selbstmördern" zu kollidieren. Die Köpfe der Motorradfahrer würden während der Fahrt in manchen Kurven fast die Straße berühren. Wie Wenzler berichtet, klagen Anlieger inzwischen über psychosomatische Störungen, einige trauen sich aufgrund des Lautstärkepegels bei schönem Wetter schon gar nicht mehr aus dem Haus. Auch ginge das Vieh auf den umliegenden Weiden wegen des unerträglichen Krachs hin und wieder durch und breche aus. Die Immobilien verlören an Wert. Völlig frustrierend sei zudem die Machtlosigkeit gegenüber den Rasern. Zwar rufen die Anlieger immer wieder die Polizei, doch sei die nicht selten überlastet und scheute den weiten Weg. Fotografierten die Anlieger die Kradfahrer, wie sie zwischenzeitlich pinkelnd an einer Hecke in Vossenack am Kreisel stehen, dann würden sie nicht selten bedroht, die Bilder herauszugeben. Wenzler: „Das ist Tenor, und wir sind hilflos. Wir erwarten, dass die Politik endlich etwas unternimmt." Das Problem gelte zudem in der ganzen Eifel, nicht nur in Vossenack. Spelthahn und Buch äußerten zunächst ihr Mitgefühl und ihr Verständnis, stellenweise übertüncht von den Geräuschen vorbeifahrender Motorradfahrer. Zudem versprachen sie, Fakten zu schaffen. Spelthahn: „Sie haben ein Recht auf unbeschwertes Leben, doch darf man auch ein legal erworbenes Fahrzeug im öffentlichen Raum bewegen." Gegen illegale Rennen und die Gefährdung von Leib und Leben müsse dagegen rigoros vorgegangen werden. Es gelte nun zunächst, die Kontrolldichte zu erhöhen und dann die Auswertung der Daten vorzunehmen. Dann müsse über Maßnahme gesprochen werden.

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