Über Vossenack

Vossenack soll auch in Zukunft so attraktiv bleiben wie es heute ist. Wir wollen die Kommunikation innerhalb der Dorfgemeinschaft verfestigen und weiter ausbauen. Der Leitspruch „Vossenack – das Dorf mit Weitblick“ wurde im Rahmen der ersten Dorfkonferenz 2012 entwickelt. Die exponierte Ortslage mit dem charakteristischen Weitblick in die Landschaft lieferte hier die Inspiration für unseren Leitspruch. Bei der Dorfkonferenz wurden Anregungen und Wünsche der Konferenzteilnehmer gesammelt und Zukunftsstrategien gemeinsam formuliert.

Das aktive „Offenes Dorfforum Vossenack, Raffelsbrand, Simonskall“ soll die bestehende Infrastruktur  (Geschäfte, Vereine , Gruppierungen etc.), die ein eigenständiges Leben in unserem Dorf ermöglichen, bewahren.

Wir werden weiterhin alle möglichen Chancen nutzen, damit Besucher und Urlauber auch in Zukunft die Vorteile unseres staatlich anerkannten Erholungsortes Vossenack nutzen und sich immer als willkommene Gäste fühlen können. Aktuell unterstützt die Dorfbevölkerung die Aktivitäten des Fördervereins für den Erhalt des Freibades Vossenack über die Badesaison 2014 hinaus.  Unsere Gedanken gehen ferner in Richtung „Ausbau der generationsübergreifenden Aktivitäten“ bis hin zum Ausbau von erneuerbarer Energie (z.B. Windkraft– und Photovoltaikanlagen).

Für die fast 2300 in Vossenack lebenden Bürger/innen sind alle Möglichkeiten vorhanden, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen. Lebensmittel können in zwei Metzgereien, einer Bäckerei und einem Lebensmittel- und Einzelhandelsgeschäft (mit Postagentur) erworben werden.

Mit dem Ziel, die Lebensqualität und Attraktivität von Vossenack weiterhin zu gewährleisten, wurde unser Ort Mitglied der Initiative der LEADER-Region Eifel zur Erhaltung und Stärkung der Nahversorgung. Ferner sind bereits vier einheimische Unternehmen im Verbund der Regionalmarke EIFEL aktiv[, um verantwortliche Wertschöpfung in und für die Region zu praktizieren. Bereits seit Jahren kooperieren die touristischen Leistungsträger als Mitglieder des Rureifel-Tourismus-e.V. mit Kollegen aus den Orten Heimbach, Kreuzau und Nideggen. Es wird als touristische Arbeitsgemeinschaft agiert (Naturparkgastgeber, Partnerweg des Eifelsteigs, gemeindeübergreifende Wanderwege, aktuelle Teilnahme an der Wanderausstellung zum Weltkriegsgedenken „Routes of Liberation“). Die Anstrengungen im Tourismusbereich zeigen Wirkung:  die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Hürtgenwald bei den Betrieben mit mindestens 10 Betten stiegen im Jahre 2012 um 4,8% (2.377) und im Jahre 2013 um 8,6% (4.450) auf insgesamt 56.076 Übernachtungen an. Auf die Orte Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand entfallen davon ca. 80% .

Vossenack bietet seinen Bewohnerinnen und Bewohnern viele Einrichtungen zur altersgerechten Daseinsvorsorge. Jungen Familien mit Kindern steht mit Kindergarten, Offener Ganztags-Grundschule, Franziskus-Gymnasium mit Mensa und Internat, Haupt- und Realschule, der Sekundarschule Nordeifel und einer Musikschule ein umfangreiches Betreuungs- und Bildungsangebot zur Verfügung. Außerhalb der Unterrichtszeit werden die Räume der Grundschule intensiv von Vereinen des Dorfes genutzt, insbesondere vom Sportverein und den beiden örtlichen  Musikvereinen mit eigener Musikschule.

Das Seniorenzentrum "Geschwister-Louis-Haus" wurde in den letzten Jahren erweitert und modernisiert. Es bietet 76 alten, pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen fachgerechte Betreuung und ein lebenswertes Zuhause. Der Gebäudekomplex "Betreutes Wohnen" mit 12 Einheiten kam 2004 und eine bedarfsgerechte eingerichtete Demenzstation 2012 dazu. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Kurzzeitpflege. Das Seniorenzentrum beteiligt sich regelmäßig an der "Aktiv-vor-Ort"-Initiative des Kreises Düren. Außerdem bietet es einen preiswerten mobilen Mittagstisch für Senioren in der Gemeinde Hürtgenwald an.

Die medizinische Versorgung der Dorfbevölkerung ist bestens gewährleistet. Im Ort praktizieren ein Arzt für Allgemeinmedizin, ein Zahnarzt, zwei Physiotherapeuten und eine Logopädin. Weiterhin praktiziert eine Tierärztin.

In unserem Dorf gibt es mehr als 20 aktive Vereine, Gruppen und Einrichtungen mit über 3.600 Mitgliedern. Sie verfolgen verschiedene Zielsetzungen und Aufgaben, wodurch sie das dörfliche Gemeinschaftsleben prägen. Bei den vielfachen Veranstaltungen unterstützen sich die Vereine und Einrichtungen gegenseitig. In unmittelbarer Nähe zum Sportplatz befindet sich eine Skater-Anlage für Kinder und Jugendliche und ein Jugendtreffpunkt. Am Sportplatz liegen außerdem die Sportheime der Germania Vossenack und des Tenisclubs Vossenack, das Schützenheim mit dem Pfadfinderheim und das Feuerwehrhaus. Die Integration von Bürgern aus anderen Kulturkreisen und Neubürgern wird in Vossenack und in den Vereinen großgeschrieben. Durch zahlreiche gemeinsame Feste im Laufe des Jahres wird das Brauchtum gepflegt.

Die in 1999 gegründete "Vereins- und Dorfgemeinschaft Vossenack" (VDV) hat einen alten Saal als "Dorfgemeinschaftshaus" (DGH) hergerichtet und ausgebaut. Im Frühjahr 2013 entstand als Ergebnis der zweiten Dorfkonferenz  ein offenes Dorfforum, welches sich zur Aufgabe gestellt hat, unabhängig von Organisationsstrukturen verschiedenste Themen und Aufgaben zu übernehmen. Das Forum trifft sich einmal im Monat. Erste Erfolge sind beispielsweise die Erstellung eines Dorfrundganges für Einwohner und Touristen, die Einrichtung der Internetseite "wir-sind-vossenack.de" und  die Gründung des Fördervereins zum Erhalt des Freibades.

Mit dem "Kloster-Kultur-Keller" im Franziskanerkloster wurde 2009 ein weiterer Veranstaltungsort mit einer Kleinkunstbühne geschaffen. Eine Kunstausstellung von Pater Laurentius Englisch OFM, der auf dem zentralen Baptist-Palm-Platz den Eifelbaum und auf dem Friedhof die Kreuzigungsgruppe geschaffen hat, befindet sich ebenfalls in den Räumen des Klosters.

Das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" erinnert an die schrecklichen Ereignisse im Zweiten Weltkrieg, die vollständige Zerstörung des Dorfes 1944/45, das Schicksal der damaligen Bevölkerung und den Wiederaufbau.

Aufgrund der vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg hat Vossenack keinen historischen Gebäudebestand . In den Jahren des Wiederaufbaus nach 1945 war der der Baustil vor allem von überlebensnotwendigen Fragestellungen geprägt und nicht von stilistischer Einheitlichkeit. Der Wiederaufbau ist zunächst dem Vorkriegsstil angepasst worden, jedoch sind später individuelle Baustilarten dazugekommen, die dem Ort zwar eine Vielfalt geben, jedoch nicht zu einem einheitlichen Eifeler Dorfbild passen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich durch die überwiegend anderthalbgeschossige Bauweise mit geneigtem Dach jedoch eine Baukultur entwickelt, die man heute als typisch für den Ort bezeichnen kann.
In den letzten Jahrensind zahlreiche Häuser aus der Nachkriegszeit unter energetischen Gesichtspunkten saniert und umgebaut worden. Dabei passen sich die Hauseigentümer an die vorhandenen Strukturen der Bebauung des Ortes, z. B. mit Materialien (Holzfenster), an. Da es sich bei der Gebäuderenovierungen und Umbauten sowie der Umnutzung von ehemals landwirtschaftlichen Betrieben um private Immobilien handelt, ist es für die Dorfgemeinschaft schwierig, hier nachhaltig einzuwirken. Letztendlich ist dies aber auch nicht erforderlich, da die vorgenannten Punkte im Einklang mit der Struktur des Dorfes erfolgen.

Durch die landwirtschaftliche Siedlung Raffelsbrand hat es im Ort Vossenack nicht viele Haupterwerbsstätten für die Landwirtschaft gegeben. Die aufgegebenen Höfe werden heute als Wohnraum oder zum Unterstellen von Fahrzeugen bzw. Geräten genutzt.

Manche der seit den 90er Jahren ausgewiesen Baugebiete, zeigen im Dorf eher untypische Verdichtungserscheinungen. Diese sind überwiegend wirtschaftlichen Beweggründen geschuldet, die zum Erwerb und der Bebauung kleiner werdender Grundstücke geführt haben. Das Ergebnis steht im Kontrast zur gewünschten dorftypischen inneren Weite und wird allgemein als zufriedenstellend erkannt. Bei der Ausweisung zukünftiger Baugebiete soll die Dorfgemeinschaft über das Dorfforum beteiligt werden, um das charakteristische Dorfbild zu erhalten und mitzugestalten.

Die Aufstellung von Gestaltungssatzungen und Bebauungsplänen ist hoheitliche Aufgabe der Kommune. Die Dorfgemeinschaft nimmt durch aktives Mitwirken des Dorfforums über ihre politischen Vertreter Einfluss auf die Gestaltungssatzungen bzw. Bebauungspläne. Diese Kooperation soll in Zukunft noch verstärkt werden.

In Vossenack wurden in den letzten 15 Jahren im Rahmen der Dorferneuerung die Gemeindestraßen „Im Oberdorf“ und „Monschauer Straße“ sowie der „Baptist-Palm-Platz“ neu gestaltet. Dabei wurde die Dorfgemeinschaft mit Informationsveranstaltungen und Ortsbegehungen aktiv in die Planungen der einzelnen Maßnahmen mit einbezogen. Die Gestaltung der drei Dorfeingänge erfolgte unter Beteiligung der Anwohner, die die Grünanlagen teilweise auch pflegen.
Gemeinschaftlich genutzte Gebäude, wie z. B. das Schützenheim und die Grundschule, sind überwiegend öffentliche Gebäude, die Vereinen und Gruppierungen ohne eigenes Vereinsheim für ihre Aktivitäten zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Konjunkturpakets wurden an diesen Gebäuden energetische Maßnahmen durchgeführt. Dabei hat die Vereinsgemeinschaft jeweils einen Eigenanteil getragen.

Um dem demografischen Wandel zu begegnen, bauen mittlerweile zahlreiche Familien das Elternhaus zu einem Mehrgenerationenhaus um.

Durch die seit drei Jahren stattfindenden Obstpresstermine des BUND ist beispielsweise die Wertschätzung von alten Obstsorten in der Bevölkerung gestiegen. Dabei sind es oft die Kinder, die ihre Eltern und Großeltern zum Obstpressen motivieren. Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Dorfkonferenz war der Einsatz für den Erhalt der noch häufig in Vossenack vorhandenen Hochstamm-Obstbäume und das Neuanpflanzen. So wurden 2013 bei einer Obstbaumaktion 79 Hochstammbäume verteilt. Außerdem wurde inzwischen Obstbaum-Kartierung fertig gestellt. Eine diesbezügliche Zusammenarbeit mit der Biostation ist vorgesehen.

In Dorf gibt es noch freie Grundstücke (teilweise auch Obstwiesen), die von Kühen oder Schafen beweidet werden. Das sogenannte „Pensionsvieh“ prägt unseren Dorfcharakter in einzigartiger Weise. Regelmäßig veranstalten die Landfrauen im Frühjahr einen Pflanzen- und Staudentausch. Dadurch werden besonders die für unsere Region typischen Pflanzen erhalten und verbreitet, die auch schon in alten Bauerngärten üblich waren. Die in der Region traditionellen Buchenhecken nehmen erfreulicherweise wieder zu und werden von der Bevölkerung in althergebrachter Weise gepflegt. Auch gibt es noch freistehende Weißdornhecken, die nach der Obst- und Löwenzahnblüte ihre Blütenpracht zeigen und von großer ökologischer Bedeutung sind. Diese werden nicht jährlich geschnitten. Dadurch werden auch gute Nistmöglichkeiten für viele Vogelarten geschaffen.

Auf dem Gelände des Freibads werden die Gartenpflegearbeiten seit diesem Jahr von Mitgliedern des Fördervereins und Dorfbewohnern übernommen. Der Förderverein hat beschlossen, den angefallenen Heckenschnittzu einem Todholzhaufen anzulegen und einen Teil der Liegewiese nicht mehr zu mähen. Hier sollen künftig Kräuterführungen stattfinden. An den 4 alten Obstbäumen auf dem Freibadgelände wurde ein Verjüngungsschnitt durchgeführt, um die Bäume zu erhalten. Auch der alte Birnbaum auf dem geplanten „Mehrgenerationenplatz“ wurde verjüngt und zusätzlich ein neuer Apfelbaum gepflanzt.

Die Anregungen des Kreises Düren zum Schutz der Wegraine wurde aufgegriffen. Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Hürtgenwald hat dazu bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. So wurde inzwischen schon eine spätere Mahd erreicht.

Derzeit wird allgegenwärtig auf das weit verbreitete Bienensterben hingewiesen. In Vossenack scheint sich dieser Trend zur Zeit noch nicht zu bestätigen, denn hier arbeiten noch fünf aktive Imker. Während der Löwenzahnblüte und für eine mögliche Waldtracht kommen zusätzlich noch Imker von außerhalb dazu . Das zeigt, dass in der Vossenacker Natur für Insekten noch was „zu holen ist“  Hier muss alles Mögliche für den Erhalt der Pflanzenvielfalt getan werden. Für die nahe Zukunft ist die Renaturierung einer Feuchtstelle am südlichen Dorfrand (Flurbezeichnung „Am Weiherchen“) geplant, die vor vielen Jahren zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz gedient hat.

Geschrieben von der Gruppe Dorfwettbewerb im Offenen Dorfforum anlässlich der Teilnahme am Dorfwettbewerb 2014 "Unser Dorf hat Zukunft"