2015 und 2016 wurde im Hürtgenwald als Pilotprojekt ein "Moratorium" abgehalten. Dabei ging es darum, in einem ersten Schritt einen Überblick über die Gedenk- und Erinnerungsobjekte der Region mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Auf der Grundlage einer solchen ersten Bestandsaufnahme wurde in einem zweiten Schritt reflektiert, welche Sinnstiftung damit in der Region betrieben wird bzw. welche "Botschaften" darüber transportiert werden. Darauf aufbauend wurde in einem dritten Schritt ein Handlungskatalog mit verschiedenen Empfehlungen erstellt. Unter anderem wurden auf der Kriegräberstätte in Vossenack 6 Infotafeln aufgestellt, deren Inhalt hier wiedergeben wird.

Infotafel 1 Erinnern - Gedenken - Verantworten

ERINNERN – GEDENKEN – VERANTWORTEN

Aktion „Friedenstaube“
der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer des Franziskus-Gymnasiums Vossenack am 4.7.2014

Der Hürtgenwald war von September 1944 bis Februar 1945 ein Schauplatz für schwere Kämpfe zwischen alliierten Soldaten und Soldaten der Wehrmacht. Sie zählen zu den längsten und verlustreichsten Gefechten des Zweiten Weltkriegs auf deutschem Boden im Westen und hinterließen tausende Verwundete und Tote. Nach 1945 blieb der Hürtgenwald mit seinen Gemeinden über viele Jahre von dem Kriegsgeschehen gezeichnet. Noch heute fi nden sich in den Wäldern Kriegsrelikte: gesprengte Bunker, überwachsene Laufgräben, gefährliche Blindgänger. Außerdem zeugen zwei Kriegsgräberstätten, Kreuze, Tafeln, zahlreiche Gedenksteine und künstlerische Objekte davon, welch tiefe Spuren die Kriegserlebnisse in der Erinnerung der Menschen hinterlassen haben. 70 Jahre später fragten sich Schüler und Schülerinnen des Projektkurses Geschichte des Franziskus-Gymnasiums mit ihren Lehrern, wie sie mit diesem historischen Vermächtnis umgehen wollen. Sie fi ngen an, in ihren Familien und in der Nachbarschaft nachzufragen, zu recherchieren und darüber nachzudenken, was für sie in der Erinnerung an Krieg und Nationalsozialismus wichtig ist. Ein Ergebnis war die Aktion „Friedenstaube“, an der sich alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums am 4. Juli 2014 beteiligten. Ein anderes Ergebnis war die Entwicklung von Informationstafeln durch den Projektkurs. Die Fertigstellung der Tafeln erfolgte mit Unterstützung des Kreises Düren und der Gemeinde Hürtgenwald sowie des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Sie wurden im Juni 2015 der Öffentlichkeit übergeben.

Erinnern an das, was geschehen ist, um zu verstehen wer wir sind.
Erinnern, bereit sein für ehrliche Fragen und Antworten.
Erinnern – offen sein für neue Perspektiven.

Gedenken an das, was Menschen widerfahren ist und was Menschen getan haben.
Gedenken in Achtung und Würde, kritisch und respektvoll.
Gedenken – offen sein für Wahrheit und Gerechtigkeit.

Verantworten – Auftrag für die Auseinandersetzung mit dem was war, was ist und was sein wird.
Verantworten – Mut für ein Leben in Aufrichtigkeit und Toleranz.
Verantworten – Frieden und Freiheit mit sich selbst und den Mitmenschen.

Die oben erwähnte Aktion "Friedenstaube" finden sie hier: Friedenstaube

Infotafel 2 Die Kämpfe im Hürtgenwald 1944 / 45

DIE KÄMPFE IM HÜRTGENWALD 1944/45

 

Am 1. September 1939 überfiel das nationalsozialistische Deutsche Reich sein Nachbarland Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg, der in Europa und in anderen Erdteilen mehr als 50 Millionen Todesopfer forderte. Mit der Kapitulation der Wehrmacht vor Stalingrad am 2. Februar 1943 begann der militärische Niedergang des Reiches. Am 6. Juni 1944 gingen alliierte Truppen in der französischen Normandie an Land und erreichten Anfang September 1944 die Westgrenze des Deutschen Reiches. Damit kehrte der Krieg ins Land seiner Verursacher zurück. Am 22. Oktober kapitulierte Aachen, die westlichste deutsche Großstadt. Der geplante rasche Vorstoß der Alliierten zum Rhein blieb an der Rur und in den Wäldern von Eifel und Ardennen stecken. In den Erinnerungen der beteiligten Soldaten beider Seiten werden die Kämpfe im Hürtgenwald als besonders schwer und grausam beschrieben. In dem unwegsamen, stark zerklüfteten und von dichten Wäldern bedeckten Gelände konnten die Amerikaner ihre Überlegenheit an militärischem Material kaum zur Geltung bringen. Zudem begünstigte ungewöhnlich raues Wetter mit wochenlangen sintflutartigen Regenfällen und fallenden Temperaturen eher die ortskundigen Verteidiger des Geländes als die Angreifer. Der Kampf hatte von Beginn an den Charakter eines zähen Stellungskrieges, der mitunter an den Kriegsverlauf des Ersten Weltkriegs erinnerte. Durch den erbitterten Widerstand von Wehrmacht und improvisierten Hilfstruppen wie dem „Volkssturm“ verzögerte sich die Befreiung Deutschlands von dem verbrecherischen NS-Regime. Auch die Zivilbevölkerung zwischen Aachen und Köln bezahlte dafür einen hohen Preis. Zahlreiche Dörfer und Städte – Vossenack, Hürtgen, Kommerscheidt, Schmidt, Jülich, Düren – wurden nahezu vollständig zerstört. Zudem verloren nach jüngsten Forschungen mindestens 17.000 Soldaten (5.000 Alliierte und mindestens 12.000 Deutsche) ihr Leben. „Huertgen Forest“, der amerikanische Name für das Kampfgebiet, wurde nach 1945 zu einer identitätsstiftenden Bezeichnung. 1969 schlossen sich die einstmals selbstständigen Gemeinden Bergstein, Brandenberg, Gey, Großhau, Hürtgen, Kleinhau und Straß zu der Gemeinde Hürtgenwald zusammen, 1972 kam mit Vossenack ein weiterer ehemaliger Schauplatz der Kämpfe von 1944/45 hinzu.

Der Frontverlauf in und um den Hürtgenwald änderte sich auf engstem Raum nahezu täglich. Die Karte kann deshalb nur einen groben Überblick geben.

Infotafel 3 Die Kriegsgräberstätte Vossenack

DIE KRIEGSGRÄBERSTÄTTE VOSSENACK

Die Stelle, an der sich der Friedhof befindet, wird „Höhe 470“ genannt. Dieser Hügel war ein schwer umkämpfter Kriegsschauplatz. Hier legte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in den Jahren 1949 bis 1952 einen „Ehrenfriedhof“ an. Die Bergung der Toten im Hürtgenwald war während des Krieges und in den ersten Nachkriegsjahren nur mühsam vorangegangen. Weil die US-Armee ihre Toten grundsätzlich nicht auf feindlichem Territorium beisetzt, wurden Leichname von US-Soldaten, sofern sie aufgefunden und identifiziert werden konnten, in die USA überführt oder auf Friedhöfen in den Nachbarländern bestattet. Die Bergung, Identifizierung und Beisetzung der getöteten deutschen Soldaten nahmen während des Krieges vor allem Bestattungskommandos der Wehrmacht vor. Nach dem Krieg bargen zunächst zurückkehrende Bewohnerinnen und Bewohner die Toten, bis ein koordiniertes Vorgehen der zuständigen Behörden möglich wurde. Jeder Gang in das verminte und schwer zugängliche Gelände war sehr riskant. Viele Minensucher, aber auch zahlreiche andere Bewohnerinnen und Bewohner, darunter etliche Kinder, verunglückten tödlich. Besonders bekannt wurde Julius Erasmus (1895-1971), ein aus Aachen stammender, ehemaliger Pionier-Hauptmann der Wehrmacht. Er und seine Helfer bargen seit Ende 1945 insgesamt 1.557 Tote. Die Beisetzungen erfolgten zunächst oft an Waldrändern, bis ein Bereich auf dem Gemeindefriedhof zur Verfügung stand. Mit der Anlage des „Ehrenfriedhofs“ wurden einige der auf dem Gemeindefriedhof Beigesetzten nach Vossenack überführt. Hier wurden außerdem nach und nach die in umliegenden Wäldern gefundenen Toten beigesetzt. Weitere 767 Kriegstote kamen von Gemeindefriedhöfen des Monschauer Landes hinzu. Bedingt durch die Ausweitung des Braunkohleabbaus erfolgten später weitere Zubettungen aus aufgelösten Kriegsgräberstätten der Region. Der hiesige Friedhof lag zunächst im Zuständigkeitsbereich des Kreises Monschau und gehört seit der Gebietsreform im Jahr 1972 zum Kreis Düren. Um nicht erwünschte Veranstaltungen mit rechtsextremen oder den Nationalsozialismus verherrlichenden Inhalten zu unterbinden, erließ der Kreis Düren im Jahr 2008 eine neue Friedhofsordnung. 2.334 Kriegstote waren im Juni 2015 hier beigesetzt. Da im Hürtgenwald immer noch sterbliche Überreste von Menschen gefunden werden, kann es auch zukünftig zu weiteren Beisetzungen kommen.

Infotafel 4 Die Toten dieser Kriegsgräberstätte

DIE TOTEN DIESER KRIEGSGRÄBERSTÄTTE

Die meisten der 2.334 Toten dieser Kriegsgräberstätte sind deutsche Männer, die als Soldaten der Wehrmacht während der Kämpfe im Hürtgenwald 1944/45 starben. Sie stammten aus allen Regionen des Deutschen Reiches, hatten meist einfache Mannschaftsdienstgrade und waren in der überwiegenden Mehrheit zwischen 23 und 25 Jahre alt. Unter ihnen befinden sich auch rund 50 Jugendliche unter 18 Jahren, die man heute als „Kindersoldaten“ bezeichnen würde. Bei 13 Toten ist eine Mitgliedschaft in der SS verzeichnet. 960 Mal ist auf der Friedhofsliste nur „unbekannter Soldat“ vermerkt. Von diesen Verstorbenen ist meist nur der Fundort des Leichnams bekannt, selten ein Todesdatum, manchmal die Zugehörigkeit zu einem militärischen Verband. Wie viele Angehörige der bei den Kämpfen im Hürtgenwald aktiv gewesenen 116. Panzer-Division auf dem Friedhof beigesetzt sind, ist nicht bekannt, dürfte aber in einem niedrigen, zweistelligen Bereich liegen. Veteranen dieser Division hatten sich nach 1945 zu dem „Familienverband der ehemaligen Angehörigen der Windhund-Division (116. Panzer-Division) e. V.“ zusammengeschlossen. Nachdem der Volksbund die Errichtung eines eigenen Mahnmals auf der Kriegsgräberstätte abgelehnt hatte, errichtete der Verband eine Denkmalanlage auf einem benachbarten Grundstück, das sich im Besitz des Kreises Düren befindet. Außerdem sind hier einige wenige Kriegstote beigesetzt, die nicht im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen vor Ort starben. Darunter befinden sich ein am 26. August 1939 verstorbener Vossenacker, der als Unteroffizier bei der Wehrmacht diente, sowie sechs zwischen November 1939 und November 1942 als Soldaten gestorbene Männer. Sie starben entweder in der näheren Umgebung oder stammten aus dem Hürtgenwald. Auch ein im März 1943 aus bislang nicht bekannten Gründen verstorbener, damals 17-jähriger „polnischer Landarbeiter“, bei dem es sich um einen Zwangsarbeiter gehandelt haben dürfte, wurde mit der Auflösung der Kriegsgräberstätte in Lich-Steinstraß im Jahr 1986 nach Vossenack umgebettet. 27 Männer sind hier bestattet worden, die als Minensucher zwischen August 1945 und März 1949 tödlich verunglückten. Nur sehr wenige während der Kriegshandlungen getötete Zivilisten sind in Vossenack beigesetzt.

Infotafel 5 Elemente der Kriegsgräberstätte

ELEMENTE DER KRIEGSGRÄBERSTÄTTE

Die Anlage des Geländes und seine skulpturale Gestaltung tragen die Handschrift von Robert Tischler, der von 1926 bis 1959 Chefarchitekt des Volksbundes war. Die Anlage war als Mahnung gedacht und sollte Raum sowohl für ein allgemein gehaltenes wie ein individuelles Gedenken geben. Eine historische Einordnung war bei derartigen Kriegsgräberstätten nicht vorgesehen und eine Auseinandersetzung mit den während des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges begangenen Verbrechen wurde zu der Zeit, als dieser Friedhof gestaltet wurde, bewusst vermieden. Dennoch unterschieden sich die nach 1945 errichteten Kriegsgräberstätten in ihrer Gesamtaussage deutlich von den kriegsverherrlichenden Anlagen, die nach dem Ersten Weltkrieg errichtet worden waren. Am nördlichen Ende der Kriegsgräberstätte befindet sich ein Steinquader, der „Sarkophag“ genannt wird. Er trägt die Inschrift „Hier ruhen deutsche Soldaten / 1939–1945“.

Im Eingangsbereich ist ein „Hochkreuz“ platziert. Blickt man vom anderen Ende des Friedhofs auf dieses Kreuz, scheint es über der Landschaft zu schweben. Es verweist damit über den Tod hinaus auf etwas Transzendentes. Christliche Motive an einem solchen Ort sollen Trauer symbolisieren, Trost spenden und dem Tod nachträglich einen Sinn zuschreiben.

Die in geraden Reihen angelegten Steinquader tragen jeweils zwei Namen oder Aufschriften. Daneben gibt es steinerne Grabkreuze, die jeweils in kleinen Einheiten angeordnet sind und so das Gelände als Begräbnisstätte kenntlich machen. Gleichzeitig wird der Eindruck erweckt, dass es sich bei den Bestatteten um ein über deren Tod hinaus unauflösbares Kollektiv handelt.

Nach der Eröffnung der Kriegsgräberstätte am 31. August 1952 wurden weitere Erinnerungsmale errichtet. Den Stein mit der Inschrift „Gedenkt unserer Toten im Osten“ ließ der Volksbund 1959 aufstellen, nicht nur in Vossenack, sondern auch auf vielen anderen Kriegsgräberstätten. Er sollte, nachdem die Ost-West-Teilung endgültig schien, den Familien einen Ort für ihre Trauer geben, deren Angehörige, Soldaten wie Zivilisten, Grabstätten jenseits des „Eisernen Vorhangs“ hatten. Der Stein ist ein typisches Beispiel für die Gedenkrhetorik während des Kalten Krieges.

2005 wurde auf Initiative des Volksbundes ein Gedenkstein zur Erinnerung an den „Totengräber  von Vossenack“, Julius Erasmus, aufgestellt. Der Landrat des Kreises Düren und die Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald sowie der Städte Heimbach und Nideggen übergaben ihn der Öffentlichkeit. Julius Erasmus selbst ist nicht auf dieser Kriegsgräberstätte beigesetzt. Der Stein ist als ein Doppelkreuz gestaltet, das auch „Kameradenkreuz“ genannt wird und mit dem eine Verbundenheit von Soldaten im Leben wie im Tod zum Ausdruck gebracht werden soll.

Der Verein „Windhunde mahnen zum Frieden“ und ehemalige Angehörige der 116. Panzerdivision der Wehrmacht errichteten am 1. Januar 2006 im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte ein weiteres „Kameradenkreuz“, bei dem ein Friedensappell von Papst Benedikt XVI. mit einer Aufforderung, der Toten der Bundeswehr zu gedenken, verbunden wird. Die Bundeswehr selbst grenzt sich als Armee eines demokratischen Staats in ihrem Traditionserlass von der Wehrmacht als einem Organ eines verbrecherischen Regimes deutlich ab.

Infotafel 6 einzelne Grabstätten

EINZELNE GRABSTÄTTEN

Einer der vielen „einfachen“ Soldaten, die auf dieser Kriegsgräberstätte beigesetzt sind, ist Benno Schott. Er wurde am 26. Juni 1925 in Brakau (damals Westpreußen) geboren. Nach seiner Gesellenprüfung zum Installateur wurde er 1943 zum Reichsarbeitsdienst einberufen, anschließend kam er als Rekrut zur Luftwaffe und wurde nur ein Jahr später in den Fronteinsatz geschickt. Am 14. Oktober 1944 starb er im Hürtgenwald während eines Artillerieangriffs. Seine Gebeine und seine Erkennungsmarke wurden 2009 bei den Bauarbeiten des Höhenerlebnispfades in Raffelsbrand entdeckt. 67 Jahre nach seinem Tod wurde er in Vossenack beigesetzt.

Auszug aus einem Brief, den Benno Schott am 13. Oktober 1944 an seine Familie von der Front im Hürtgenwald schrieb:
Liebe Mutti u. Geschw(ister)
Will versuchen euch ein paar Zeilen zu schreiben. Hoffentlich erlaubt der Tommi mir das, er liegt ca. 100 m vor unseren Löchern, im Augenblick ist es ziemlich ruhig, nur die Flieger brummen über uns und die Ari belegt unsere Stellung mit Feuer. Ebend ist wieder eine Granate unweit vor meinem Loch krepiert das kann mich nicht mehr erschüttern, ich schreibe weiter und wenns nur ein paar Zeilen sind. Gestern hatte ich wieder großes Glück eine Granate schlug 2 m hinter meinem Loch ein… Ich wollt du solltest mich jetzt nicht sehen, glaube kaum das du mich wiedererkennst. Denn ich habe mich schon 14 Tage nicht gewaschen u. nicht rasiert… Post habe ich immer noch keine. Ich hoffe auch garnicht mehr darauf… Nun seid alle gegrüßt u. geküsst… Benno

Walter Model, geboren am 24. August 1891 in Genthin (Sachsen-Anhalt), schlug früh eine militärische Laufbahn ein. Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier, dann in Reichswehr und Wehrmacht. Im März 1944 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Damit hatte er den höchsten militärischen Rang erreicht und direkten Zugang zu Adolf Hitler. Model befehligte seit 1939 militärische Einsätze in Polen und Frankreich sowie ab 1941 in der Sowjetunion. Dort war er unter anderem für die Taktik der „verbrannten Erde“ verantwortlich: Beim Rückzug der Wehrmacht wurden Teile der Zivilbevölkerung zur Zwangsarbeit verschleppt sowie Häuser, Nahrungsvorräte und anderer Besitz zerstört. Model arbeitete eng mit den Mordkommandos der Einsatzgruppen von Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst zusammen. In der Sowjetunion wurde er als Kriegsverbrecher gesucht. Seit dem 16. August 1944 war Model als loyaler Anhänger Hitlers an der Westfront eingesetzt, kurzzeitig als „Oberbefehlshaber West“. Mit der ihm unterstehenden Heeresgruppe B wurde er im April 1945 durch amerikanische Truppen im Ruhrgebiet eingekesselt. Model war bis zuletzt antisemitisch und antidemokratisch eingestellt und hielt dem NS-Regime die Treue. Eine Kapitulation lehnte er ab. Er erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg. 1955 wurden auf Wunsch der Familie und im Beisein seines Sohnes die Gebeine Models an der Stätte seines Freitodes exhumiert und auf die Kriegsgräberstätte in Vossenack umgebettet.

Die Geschichte der sechsköpfigen Familie Jacobs steht hier stellvertretend für die zivilen Opfer des Krieges. Sie lebte in Großhau in der Frenkstraße, schräg gegenüber der Pfarrkirche St.Apollonia. Heute erinnert dort nichts mehr an die Eltern und ihre vier Kinder. Der Familienvater Wilhelm Jacobs war 1883 in Großhau geboren worden und verdiente den Lebensunterhalt als Dachdecker. Wurde wegen eines Bomben- oder Artillerieangriffs ein Alarm ausgelöst, musste sich die Familie in das Nachbarhaus begeben, dessen Keller als Luftschutzraum ausgebaut war. Dort starben am 22. September 1944 während eines Artillerieangriffs Wilhelm Jacobs sowie seine ebenfalls in Großhau geborenen Kinder Josefine (geb. 1928), Josef (geb. 1935) und Willi (geb. 1937). Nur die Mutter und eine Tochter überlebten. Beide blieben nicht in Großhau: Die Mutter kehrte in ihr Heimatdorf zurück, die Tochter zog innerhalb der Eifel um. Das Haus der Familie war vollständig zerstört worden. Heute befindet sich an dieser Stelle ein neues Gebäude. Der Vater und die drei Kinder sind auf dieser Kriegsgräberstätte in Reihe 36 beigesetzt.

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2014 GOLD  Kreisebene
2013    BRONZE  Bundesebene
2012 GOLD  Landesebene
2011 GOLD  Kreisebene
2008 GOLD  Kreisebene
2006 BRONZE  Landesebene
2005 GOLD  Kreisebene
2002 SILBER  Kreisebene

Bis 1998 hieß der Wettbewerb
Unser Dorf soll schöner werden
Vossenack erhielt hierbei auf
Kreisebene 1 x Gold, 5 x Silber,
3 x Bronze
Landesebene 1 x Gold
Bundesebene 1 x Silber

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