Großer Brand in Hürtgen

Hürtgen, 22. Februar 1903. Gestern Abend gegen halb 7 Uhr brach am südlichen Ende unseres an der Chaussee Düren-Montjoie gelegenen Dorfes Feuer aus. Beim Rasen eines orkanartigen Sturmes, welcher von Südwesten nach Nordosten über das Dorf hinfegte, entwickelte sich dasselbe in riesiger Eile zu einem Großfeuer. Der Sturm trieb das lodernde Feuer in Gestalt eines gewaltigen Feuerregens über das ganze Dorf hin, das bald in seiner ganzen Länge einem schauerlichen Feuermeer glich. Inmitten all der Häuser ragte aus dem Feuermeer die schöne romanische Kirche hervor. Gegen 9 Uhr war der Helm der Kirche in Flammen gehüllt, um bald darauf zusammenzustürzen; eine Weile später züngelten die Flammen aus dem Dachstuhl des Schiffes hoch empor, und es schnitt jedem wohl durch die Seele, als gewaltiges Krachen den Einsturz des Dachstuhles und der Gewölbe verkündete und damit den Verlust des schönen Gotteshauses, das vor etwa 50 Jahren neuerbaut worden war. Dasselbe ist gänzlich ausgebrannt, nur die Umfassungsmauern stehen noch. An ein Löschen des furchtbaren Brandes war nicht zu denken, da man wegen der Feuergarben, die der Sturm vor sich her peitschte, nicht einen Schritt ins Dorf sich hineinwagen durfte; gänzlich ohnmächtig stand man dem Element gegenüber. Neunzig Häuser nebst Dekonomiegebäuden sind ein Raub der Flammen geworden, darunter auch die Schule und die Oberförsterei mit sämtlichen Akten. Die Pastorat, welche nicht in der Häuserflucht lag, ist verschont geblieben, ebenso sind an den beiden Enden des Dorfes im ganzen 31 Häuser stehen geblieben. Menschenleben sind nicht zu beklagen, doch ist zahlreiches Vieh zu Grunde gegangen. Die Leute retteten meist nur das nackte Leben, Geld und Gut ging in der Verwirrung zu Grunde. Trostlos irrten die Aermsten die Nacht hindurch umher und suchten, soweit möglich, in den Nachbarorten Unterkunft. Das Dorf macht jetzt einen gar traurigen Eindruck. Tränen mögen wohl manchem aus den Augen brechen, wenn er das weite Trümmerfeld sieht, und erst recht, wenn er die Not der Bewohner betrachtet, die sich der Wohnung, Kleidung und des so notwendigen Futters für das Vieh beraubt sehen. Hier ist rasche Hülfe notwendig. Sicherlich wird sich auch manches mitleidige Herz finden und manche offene Hand, die Trost zu spenden bereit sind. Viele Worte, um das Mitleid zu erregen, sind hier nicht nötig, die Tatsachen sprechen eine zu furchtbare Sprache. Gaben für seine schwer heimgesuchten Pfarrkinder nimmt Pfarrer Bartz in Hürtgen (Rheinland) in Empfang.

Düren, 22.2.1903 - Stadtverordnetenversammlung in Düren wegen Großbrand

Düren, 22. Februar 1903 . Auf die Kunde von dem schrecklichen Brande, der die Gemeinde Hürtgen heimgesucht hat, beraumte der Bürgermeister auf heute Mittag eine Stadtverordnetenversammlung an, um für die Linderung der großen Not zu sorgen. Es wurde beschlossen, die städtischen Baracken und die Stadtparkhalle zur Unterbringung der Notleidenden herzurichten, sowie die Verwaltung des Waisenhauses und der Blindenanstalt zu ersuchen, ihre Anstalten zur Unterbringung von Kranken und Kindern zur Verfügung zu stellen. Ferner wurde ein vorläufiger Kredit von 1000 Mk. zur Verfügung gestellt, um sofort Nahrungsmittel und Kleidungsstücke zu beschaffen. An die Einwohner der Stadt wurde ein Aufruf zur Unterstützung der Notleidenden erlassen. Bereits sind viele Gaben eingegangen. Für morgen wurde eine weitere Versammlung anberaumt.

Düren, 23.2.1903 - erneute Stadtverordnetenversammlung in Düren wegen Großbrand

Düren, 23. Februar 1903. Heute Vormittag wurde unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Klotz im Rathause abermals eine Versammlung aus Anlaß der Brandkatastrophe in Hürtgen abgehalten. Bürgermeister Lambertz teile mit, daß ein Verlußt von etwa 160.000 M. entstanden sei, der nicht durch Versicherung gedeckt ist. 75 Prozent der Einwohner hätten ihr Mobilar versichert, doch meist viel zu niedrig. An Hornvieh seien noch 250 Stück vorhanden. Landrat Breuning teilte mit, daß der Regierungspräsident von Aachen gestern an Ort und Stelle gewesen sei und einen Founds zur Unterhaltung des Viehes in Aussicht gestellt habe. Zum Schlusse wurde ein Hülfskomitee unter dem Vorsitz des Landrats v. Breuning gebildet.

Hürtgen, 24.2.1903 - Ausführlicher Bericht zum Großbrand

Hürtgen, 24 Februar 1903. Wenn nicht von ferne ragende Trümmerhaufen die Stätte des Elends bezeichneten, würde man glauben, das Volk ströme von allen Seiten zum Jahrmarkte zusammen. Equipagen aller Art, offene und gedeckte, elegante und sehr bescheidene, dazu Packkarren und Lastwagen, Radfahrer, Reiter und Fußgänger, alles bewegt sich in unabsehbarem Zuge dem Dorfe zu. Zunächst sieht man, von Eschweiler über Schevenhütte das Wehbachthal hinaufkommend, ein paar Häuser, die das tückische Element verschont hat. Bald aber dehnen sich grauenvolle Schuttmassen aus, durchsetzt von ragenden Mauern aus Bruchstein. Das Dorf war ziemlich wohlhabend, die Häuser durchweg gut im stande, meistenteils ganz oder in einzelnen Mauern aus solider Grauwacke oder sonstigen Steinarten errichtet; das Material kam aus nahegelegenden Steinbrüchen. Hier und da züngeln noch die Flammen zwischen den Steinmassen, wo schwere Holzbalken dem gierigen Element noch Nahrung bieten. Ein schneidender Wind pfeift über die Hochfläche und schlägt den niederrieselnden Regen den in dichten Massen umherwandernden Menschen, Bauern und Fremden, ins Gesicht. Der starke Wind ist auch dem Dorf zum Verderben geworden. In einer Viertelstunde hatte der Funkenregen, so erzählt ein Einwohner, 50 Häuser gleich erfaßt; da galt es nur, das nackte Leben zu retten, kaum daß das Bargeld noch gerettet werden konnte. Vier an Lungenentzündung Erkrankte wurden an der Kirchhofsmauer auf Stroh gebettet, während der heulende Südwest um die Aermsten pfiff. Einer erlag noch während der ersten Nacht seinen Leiden. Die Kirche bietet ein grauenvolles Bild der Verödung, sie ist nicht alt, fest aus Hausteinen gefügt, im Stil Anklänge ans Romanische bietend. Alles, was nur irgend an Holzwerk vorhanden war, ist völlig verschwunden, nicht etwa nur verkohlt, sondern rein zur Asche verbrannt. Die Glut muß ganz entsetzlich gewesen sein. Die zwei Glocken liegen zertrümmert und halb geschmolzen unter der Emporbühne, über der sich der niedrige, aber massive Turm erhob. Eine von ihnen zeigt noch zum Teil die lateinische Inschrift; sie ist der allerf. Jungfrau gewidmet und unter dem Pfarrer Iven im Jahre 1868 gegossen. Dicke Eisenstangen, die zur Versteifung des Gewölbes dienten, liegen verbogen, als seien sie dünner Draht, im Schiff der Kirche, das mit Asche, Schutt, Steinen, Schiefer, Eisenteilen wie besät ist. Ein paar Apostelfiguren aus Terrakotta, an den Wänden angebracht, stehen noch da, mehr oder weniger zerschlagen. Sonst ist von dem Inventar nichts, gar nichts mehr da; einige Metallleuchter liegen verkrümmt und zerrissen am Boden. Nur die Monstranz und einiges andere, in einem feuerfesten Gelaß untergebracht, konnte noch eben entfernt werden. Selbst ein Ciborium fiel der Wut der Naturmacht zum Opfer. Die Pastorat, von der Kirche etwa 100 Schritt entfernt, aus Backsteinen vor nicht langer Zeit fest und geschmackvoll gebaut, ist erhalten geblieben. Die Dürener Wehr hat sie retten können. Ein Brunnen in einem benachbarten, schon brennenden Anwesens lieferte das nötige Wasser, um den Funkenregen unschädlich zu machen. Die Erhaltung des Pfarrhauses ist von großem Wert; es ist jetzt der Mittelpunkt für die Regelung des Unterstützungswesens. Der würdige Pfarrherr – vor einigen Jahren schlug er das Anerbieten einer materiell besseren Stelle aus – ist ununterbrochen tätig, um zu raten und zu helfen. Gottlob kommen von allen Seiten die Gaben; mit besonderer Rührung nahm der Pfarrer von einem Confrater eine Geldsummer entgegen, die das Ergebnis der rasch veranstalteten Sammlung eines Gesellenvereins darstellte. Das Pfarrhaus ist in eine Art Warenhaus verwandelt. Es ist ergreifend zu sehen, wie aus dem Hause die Hilfsbedürftigen mit Gaben beladen zurückkehren: hier ein altes, fast erblindetes Mütterlein, vom Sohne gestützt, mit einem Brote unter dem Arm und geräuchertem Fleisch in der Hand, dort eine junge Frau mit Bettzeug und einigen Würsten beladen. Hier und da kommen Burschen mit einem Stück Vieh, das in den benachbarten, ausgedehnten Waldungen umhergeirrt war. An einer Stelle sahen wir noch ein Rind völlig versengt an der Stätte liegen, wo sich ehedem die Stallung befand. Ein Schmied, der sich an seiner noch rauchenden Werkstätte zu schaffen machte, zeigte an Haupthaar und Bart deutliche Spuren der verheerenden Feuersglut. Mit welch elementarer Gewalt das Feuer die Gebilde von Menschenhand vernichtet, bezeugen besonders die Trümmer solcher Häuser, die in letzter Zeit unter Beobachtung aller modernen Bauregeln gebaut waren, so namentlich der Schule. Sie ist nur einige Jahre alt, die Front in Backsteinen, das Dach aus Schiefer. Höchst merkwürdig und charakteristisch für die Art der Feuersbrunst ist eine völlig unversehrt gebliebene Holzhalle, die als Tanzsaal und Schützenhalle diente; im Hintergrunde erheben sich noch die zwei Masten fürs Vogelschießen, zu beiden Seiten die kahlen, völlig ausgebrannten Steinmauern von Wohnhäusern. Offenbar hat die Wucht des Windes die stiebenden Funken über das flache und niedrige Holzdach der Halle hinweg getrieben, sie gegen die höheren Häuser der Umgebung schleudernd. Die Stimmung der Bevölkerung ist gefaßt. Das ist nicht etwa die Stumpfheit eines wenig tatkräftigen Volksschlages, wie man gern den Eifler ausmalt; vielmehr ist es die Entschlossenheit von Leuten, die mit der Schickung Gottes sich abfinden. „Das liegt hinter uns; denken wir an die Zukunft" – das war der Ausdruck eines einfachen Mannes, der gleich daran ging, die notwendigsten Vorkehrungen für die Wiederaufnahme seiner Arbeiten zu treffen. Es ist ein Glück, daß das Meiste versichert ist; vornehmlich ist die Provinzial-Feuersocietät beteiligt.

Düren, 25.2.1903 - Rote Kreuz Baracken für Hürtgen

Düren, 25. Februar 1903. Herr Landrat von Breuning äußerte sich, laut Dür. Ztg., das der Herr Regierungspräsident von Aachen bereits einen Fonds zur Unterhaltung des Viehes in Aussicht gestellt habe. Vom Zentralkomitee des roten Kreuzes sind die zusammenlegbaren Baracken entliehen, um diesselben in der Nähe des Ortes zur Unterkunft der Obdachlosen aufzuschlagen. Die Baracken werden in längstens acht Tagen an Ort und Stelle sein. Ferner sollen Stallungen für Vieh errichtet werden. Weiter hat sich der Landrat an die Regierung gewandt wegen Ueberlassung des Fichtenschlages 16, damit die Leute Holz fällen, und dieses als Bauholz benutzen könnten. Mit den Bauunternehmern ist ein Abkommen beabsichtigt u. a. dahin, daß die Hürtgener Ortsbewohner die Anfuhr von Steinen und Baumaterialien besorgen sollen und daß schon in der nächsten Woche damit begonnen werden könne; dadurch sei zugleich für Verdienst gesorgt. Die an diesem Abkommen Interessierten sind auf Mittwoch, Nachmittag 3 Uhr, in die Bürgermeisterei nach Gey zu einer Besprechung eingeladen. Herr Direktor Baldus stellte 50 Betten der Blindenanstallt für die Baracken leihweise zur Verfügung. Der vaterländische Frauenverein wird in umfangreicher Weise in Tätigkeit treten und häuptsächlich für die Beschaffung von Wäsche und Kleidungsstücken, vor allem für die Kranken und Wöchnerinnen sorgen.

Hürtgen, 21.3.1903 - 150.000 Ziegelsteine gespendet

Hürtgen, 21. März 1903. Frau Witwe Jakob Hütten in Düren stellte den Abgebrannten von Hürtgen 150.000 gebrannte Ziegelsteine zum Wiederaufbau ihrer Häuser zur freien Verfügung. In der heutigen Sitzung des Hülfskomitees für die Abgebrannten in ürtgen teilte Landrat v Breuning mit, daß bis jetzt 80.000 Mark Geldspenden eingegangen sind; angesichts der Notlage seien noch weitere Spenden willkommen. Für den vom Kreisbaumeister Gaynisch auszuarbeitenden Plan für den Wiederaufbau von Hürtgen bewilligte der Gemeinderat 3000 Mk. Ferner für die Anschaffung von Nahrungsmitteln 1000 Mk. Und von Saatgut 7000 Mk. Die vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellten Baracken konnten schon in der zweiten Woche nach dem Brande bewohnt und der Schulunterricht am 12. Tage in der Schulbaracke erteilt werden.

Hürtgen, 22-4-1903 - Notkirche ist gebaut

Hürtgen, 22. April 1903. Eine allereinfachste Notkirche ist jetzt gebaut, und augenblicklich berät man über die angefertigten Pläne zum Wiederaufbau der Kirche. Die Vorbereitungen zum Wiederaufbau der Häuser gehen noch sehr langsam vorwärts. Das für die jetzige Jahreszeit außerordentlich ungünstige Wetter verhindert fast jede Arbeit. In Gärten und Feldern ist jede Arbeit zur Zeit unmöglich. Unsere armen Einwohner haben alle in diesem Jahre sehr viel durchzukämpfen, besonders auch diejenigen, die in den Baracken wohnen, da die dünnen Wände und auch der Fußboden wenig Schutz gegen die Kälte gewähren.

Düren, 28.4.1903 - Militär soll Feldbahn nach Hürtgen bauen

Düren, 28. April 1903. Gestern hielt das Hülfskomitee für Hürtgen wieder eine Sitzung im hiesigen Rathaussaale ab. Herr Landrat von Breuning erstattete Bericht über die früheren Bewilligungen und die Ausführungen der Beschlüsse. Die Sammlungen sind auf 90.138 Mk. Angewachsen. Dazu treten 2200 Mk., welche der Kultusminister für die Einrichtung der Schule gegeben hat, 1200 Mk. aus dem Westfonds für die Molkerei Hürtgen und 3000 Mk. von dem Vaterländischen Frauenverein zu Düren, Aachen und Berlin, sodaß insgesamt über 96.000 Mk. zur Verfügung stehen. Neu bewilligt wurden gestern 30.000 Mk. zu Beihülfen für Bauten; die Verteilung geschieht durch die Bau-Unterkommission in Verbindung mit dem Herrn Pfarrer von Hürtgen und dem Herrn Bürgermeister von Gey. 1000Mk., die früher für Beschaffung von Kleidern bewilligt wurden, sind erspart, weil der Vaterländische Frauenverein durch den erwähnten Betrag für Kleider ausreichend gesorgt hat; die 1000 Mk. sollen nun zur Beschaffung von Mobilar benutzt werden. Ferner wurden 8000 Mark für den Bau der neuen Schule bewilligt; für die Schule hat der Staat außerdem 7000 Mk. gegeben, und 7000 Mk. stehen aus Versicherungsgeldern zur Verfügung. Eine schwierige Sache ist bekanntlich der Transport der Baumaterialien nach dem hochgelegenen Hürtgen. Herr Landrat v. Breuning ist zunächst mit einigen Bahngesellschaften in Verbindung getreten wegen Herstellung einer Kleinbahn von Lammersdorf, Station der Aachener-Montjoier Bahn, nach Hürtgen. Die Gesellschaften haben jedoch solche Forderungen für Miete und Garantie gefordert, daß das Komitee davon absah. Ferner hat sich der Herr Landrat an den Kommandeur der Eisenbahnbrigade gewandt, ob nicht die Anlegung einer Feldbahn von Lammersdorf oder Düren nach Hürtgen durch Eisenbahntruppen angängig sei als militärische Uebung. Der Brigade-Kommandeur war vorige Woche hier und hat die Strecken besichtigt. Die Unterhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, die Aussichten, daß der Bau der Feldbahn von militärischer Seite übernommen wird, sind jedoch nicht ungünstig. Unter lebhaftem Beifall der Versammlung sprach Herr Bürgermeister Klotz dem Herrn Landrat herzlichen Dank aus für seine unausgesetzte, eifrige Tätigkeit für die so sehr heimgesuchte Ortschaft Hürtgen.

Hürtgen, 30.4.1903 - Eisenbahnregiment trifft ein

Hürtgen, 30. April 1903. Morgen trifft ein Kommando des Eisenbahnregiments, bestehend aus einem Hauptmann, zwei Leutnants und einigen Mannschaften in Düren ein, um die Anlegung einer Feldbahn vorzubereiten. Durch die Bahn wird unserem hochgelegenen Orte eine große Hülfe gebracht, da dann eine leichtere Beförderung der zum Wiederaufbau des Ortes nötigen Baumaterialen möglich ist.

Düren, 18.5.1903 - Vorarbeiten für Feldbahn erledigt

Düren, 18. Mai 1903. Ob die Feldbahn nach Hürtgen gebaut wird, diese Frage dürfte laut „Dür. Ztg." Noch in dieser Woche entschieden werden, nachdem alle dazu notwendigen Vorarbeiten nunmehr erledigt sind. Die Bahn wird übrigens, falls sie gebaut wird, zwar der Chaussee folgen, aber ganz unabhängig von derselben auf dem angrenzenden Gelände als richtige Feldbahn gebaut werden und zwar von Düren aus, nicht wie anfangs geplant von Station Lammersdorf.

Düren, 9.6.1903 - Feldbahn wird nicht gebaut

Düren, 9. Juni 1903. Auf mehrere Anfragen über die Feldbahn nach Hürtgen teilen wir mit, daß die Bahn nicht gebaut wird, wie das 2. Bataillon des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 in Berlin, das mit den Vorarbeiten zur Errichtung der Bahn von Düren nach Hürtgen beauftragt war, hierher gemeldet hat. Für die Aufgabe des Planes war maßgebend, daß die Anlagekosten für eine Bahn, die nur für mehrere Sommermonate bestehen sollte, sich doch zu hoch stellten. Um sie zu decken, hätte der Transport der Baumaterialien nach Hürtgen einen großen Aufschlag erfahren müssen; zudem hatte ein Bauunternehmer, der einen großen Teil des Ortes aufgebaut, schon vorher mit Fuhrleuten feste Verträge abgeschlossen, was wesentlich ins Gewicht fallen mußte. Ferner kamen die Schwierigkeiten in Betracht, die sich aus der Benutzung der Provinzialstraße für den Bahnbau ergaben. Wenn somit aus der guten Absicht, dem vielgeprüften Orte Hürtgen durch die Bahn eine wirksame Hülfe zu bringen, nichts wird, so verdienen die Bestrebungen selbst, die Mühe, die sich namentlich Herr Landrat von Breuning gegeben hat und das Entgegenkommen der Militärverwaltung doch allseitigen Dank, namentlich auch von den Bewohnern Hürtgens.

Hürtgen, 7.7.1903 - Wiederaufbau der Kirche begonnen

Hürtgen, 7. Juli 1903. Heute wurde mit dem Wiederaufbau des durch die Brandkatastrophe im Februar ds. Js. zerstörten Gotteshauses begonnen, nachdem vorher ein Hochamt um Erflehung des göttlichen Segens für die Arbeit gehalten worden war. Turm und Chor werden niedergelegt, letzteres wird um zwei Meter verlängert. Die Kirche wird jetzt dreischiffig werden. – Von den 45 in Angriff genommenen Neubauten sind bereits zehn im Rohbau fertiggestellt.

Hürtgen, 23.8.1903 - bei Bauarbeiten zur Kirche Silbermünzen gefunden

Hürtgen, 23. August 1903. Beim Abbruch von Mauerresten und bei Ausschachtungen wurden hier wiederholt Silbermünzen gefunden, die aus der Zeit der französischen Revolution stammen und wahrscheinlich durch Emigranten hierher gekommen sind. Die Geldstücke, etwas größer wie ein Taler, zeigten die Jakobinermütze, ein Bündel Kornähren, eine Wage, die Jahreszahl 1793 und die Aufschrift Liberté egalité.

Hürtgen, 20.11.1903 - die meisten neu errichteten Wohnungen sind bezogen

Hürtgen, 20. November 1903. Die meisten der neu errichteten Wohnungen unseres im Februar ds. Js. abgebrannten Dorfes sind schon bezogen worden, nur einige sind noch im Bau begriffen. Die Baracken werden diese Woche abgebrochen und nach Berlin zurückgeschickt werden. Die Schule wird diesen Winter in einem Privathause gehalten. Die Kirche ist bereits wieder überdacht. Die vollständige Fertigstellung des Schiffes und die Aufbauung des Turmes wird im nächsten Frühjahr stattfinden. Weil es aber in der Notkirche jetzt schon zu kalt wird, wird der erweiterte und bald fertiggestellte Chorbau zur Abhaltung des Gottesdienstes eingerichtet und vom unfertigen Schiff abgetrennt werden.

Hürtgen, 20.12.1903 - fertiggestellter Teil der Kirche eingesegnet

Hürtgen, 20. Dezember 1903. Heute hatte die Pfarrgemeinde Hürtgen einen Freudentag. Nachdem unter dem 11. Dezember Se. Eminenz der Hochwürdige Herr Kardinal und Erzbischof Herrn Pfarrer Bartz ermächtigt hatte, den bereits fertiggestellten Teil der Pfarrkirche einzusegnen und den Gottesdienst in demselben abzuhalten, hielt die Gemeinde heute ihren Einzug in das Chor und die Sakristei. Vor der Frühmesse fand die vorgeschriebene kurze Benediktion statt, und nach der h. Messe wurde in Prozession aus der Notkirche bezw. Pastorat das allerheiligste Sakrament abgeholt und in das im Chore befindliche Tabernakel überbracht. – Im Hochamte hielt der Seelsorger eine auf die Bedeutung des Tages bezügliche Predigt, wobei die Verse des 4. Psalmes der Komplet: Pf. 133 „Eeee unne ! Wohlan jetzt preiset den Herrn alle ihr Diener des Herrn, die ihr stehet im Hause des Herrn" zu Grunde gelegt wurden. Am Schlusse des Hochamtes sang die Gemeinde das „Großer Gott, wir loben Dich!"

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